Dukes Motortips

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Sa 13. Aug 2016, 14:39

Tip 18:

Die Dichtung zwischen dem Dichtflansch der Kurbelwelle und dem Motorblock.

Auch diese Dichtung wurde von VW und Audi scheinbar weiterentwickelt. Die ist jetzt aus gummierter Pappe. Leider ist diese neue Dichtung so dick geworden, daß man die Ölwannenschrauben dann später nicht mehr in den Dichtflansch bekommt. Ja, so ein Mist.

Ich hatte solche Dichtungen vorn und hinten verbaut, die vordere habe ich jetzt weggelassen, den Flansch gründlich gereinigt und mit Dichtmasse gearbeitet. Das paßt jetzt (und hält hoffentlich auch dicht). Wenn nicht, kann ich vorne wenigstens später nacharbeiten, hinten wäre das schwieriger.

Hier kann der Tip nur lauten: Kauft euch eine der alten, dünnen Papierdichtungen aus dem Zubehör. Ich denke, das Teil wurde für die Blechölwanne gemacht, da fallen ggf. die Bohrungen etwas weiter aus und es macht nichts. Bei der Aluölwanne gibt es Probleme, hier hat der Hersteller scheinbar einfach kein Muster mehr.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » So 14. Aug 2016, 18:04

Nachtrag zu Tip 7:

Das Pilotlager der Kurbelwelle.

Hat alles nichts gebracht. Habe mir einen dreiarmigen Innenlagerauszieher von Ebay für um die 15 Euro geholt, damit ging es dann leicht. Zum Ausziehen mußte die Schwungscheibe aber wieder montiert werden, sonst reicht der Weg nicht. So ging es dann.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » So 14. Aug 2016, 18:13

Tip 19:

Kolben in den Motorblock einsetzen.

Dabei gibt es eine wichtige Reihenfolge, die man nicht überall findet:

- Zuerst die Kurbelwelle mit neuen Hauptlagern montieren.
- Dann mit Zylinder 1 beginnen, der Pfeil auf dem Kolben zeigt nach vorn Richtung Zahnriemen. Dazu zuerst die Kurbelwelle so drehen, daß die Hubwange ganz unten steht.
- Die Kolbenringe mit 120 Grad Versatz einsetzen oder beim neuen Kolben entsprechend verdrehen.
- Dann den Kolben mit fertig montiertem Pleueloberteil bis zu den Ringen schonmal in den Zylinder einführen. Das geht einwandfrei bis zum Ölabstreifring. So kann der Kolben nicht kippen oder fallen, wenn der Kolbenringspanner abrutscht.
. Kolbenringspanner aufsetzen und festziehen, darauf achten, daß auch der Ölabstreifring mit erfaßt wird. Die Kolbenringspanner aus dem Zubehör taugen nicht so viel, da schnappt die Feder öfter mal über. Muß man üben.
- Kolben vorsichtig mit einem Holzgriff vom Hammer eintreiben.
- Motor umdrehen (den Motor, nicht die Kurbelwelle), Pleueloberteil mit Lagerschale auf den Zapfen der Kurbelwelle ziehen, Unterschale ansetzen. Die beiden Nasen des Pleuels müssen zur Zwischenwelle zeigen. Vorher die Lagerstellen mit etwas Öl benetzen.
- Vorgang bei den anderen Zylindern wiederholen -> Immer darauf achten, daß der Kurbelwellenzapfen des jeweiligen Zylinders ganz unten steht. Das vermeidet Schäden und erleichtert die Arbeit.
- Die Kurbelwelle weiterdrehen kann man mit einem 19er-Schlüssel vorne an der Schraube der Zahnriemenscheibe, Drehrichtung im Uhrzeigersinn.
- Sitz aller Teile kontrollieren und die Lagerstellen mit dem vorgeschriebenen Drehoment anziehen.
- Motor per Hand zur Probe durchdrehen.
Zuletzt geändert von Duke GT am Mi 17. Aug 2016, 07:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Di 16. Aug 2016, 11:21

Tip 20:

Getriebe ansetzen.

Ich hatte nur den Motor ohne Getriebe draußen. Beim Einsetzen habe ich erst mal nur den Motorblock mit Kolben usw. ohne Kopf angesetzt, die Getriebeausgangswelle in die Mitnehmerscheibe gesteckt und dann erfolglos 2 Stunden lang probiert, das Getriebe an den Motor zu rücken.

Mit dem Abstand eines Tages habe ich mir gesagt, ich mache erst mal an anderen Baustellen weiter und habe den Zylinderkopf aufgesetzt und den Auspuffkrümmer angeschraubt. In diesem Moment flutschte das Getriebe von alleine in Position.

Der Motor an sich ist wohl etwas zu kopflastig, mit etwas mehr Gewicht an den richtigen Stellen scheint es einfacher zu sein. Dieser Tip hilft vielleicht nicht in allen Fällen, aber einen Versuch ist es wert.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Di 16. Aug 2016, 11:24

Tip 21:

Die Drehmomentstütze anbauen.

Das ist kein wirklicher Tip, eher ein Hinweis: Nach dem Wiedereinbau sitzt der Motor ggf. etwas anders - im Idealfall besser - als vorher und die Drehmomentstütze - das ist das vordere Lager zwischen Motorblock und Frontschürze - paßt nicht mehr unbedingt in die alte Position. Dann kann man die beiden Schrauben an der Frontschürze lösen, denn die sitzen in Langlöchern. So läßt sich das Ganze etwas justieren, bis die (feste) Position der motorseitigen Stütze wieder paßt.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » So 21. Aug 2016, 10:43

Tip 22:

Nockenwelle ausbauen.

Zum Einstellen der Ventile habe ich die Nockenwelle ausgebaut (Mit den entsprechenden Werkzeugen geht es auch ohne). Nun sitzen die Lagerböcke teilweise recht fest und man bekommt die mit der Hand überhaupt nicht bewegt. Ich habe ein Montiereisen zwischen Nockenwellenrad und Zahnriemenspannrolle eingesetzt und ganz vorsichtig (!) gehebelt. Dann kommen die Lagerböcke wie von selbst runter. Sollte einer doch noch haken, haben die Lagerböcke auspuffseitig einen minimalen Grat, wo man auch noch mal extrem vorsichtig einen Hebel ansetzen kann.

Selbst wenn man die Nockenwelle ausbaut, ist es teilweise schwierig, die Einstellplättchen aus dem Tassenstößel zu bekommen, weil die durch Öl zwischen beiden Teilen schön saugend drinsitzen. Hier empfiehlt sich wirklich der Kauf einer speziellen Zange. Dann gibt es noch einen Halter, der die Tassenstößel herunterdrückt, so braucht man die Nockenwelle gar nicht ausbauen.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Di 23. Aug 2016, 18:14

Tip 23:

Zündverteiler einsetzen.

Man sagt ja immer, man kann den Zündverteiler genau verkehrt, also um 180 Grad verdreht einsetzen. Bei unseren Wagen kann man da eigentlich nicht viel falsch machen, wenn man auf die Details achtet. Betrachtet man nur den Block, ist es eigentlich egal, wann die Zündung gem. Grundeinstellung erfolgt, so lange Zylinder 1 im OT steht (natürlich nur, wenn man die Vorzündung mal vernachlässigt, hier geht es ja nur um die Grundeinstellung). Wichtig ist die Sache eigentlich nur für die Nockenwelle. Denn bei einer Drehung des Motors ist das Auslaßventil für den Ausstoßtakt geöffnet, bei der nächsten Umdrehung sollen beide Ventile für die Zündung geschlossen sein. Dazu müssen beide Nocken nach oben zeigen. Für den Zylinder 1 ist das der Fall, wenn die Markierung auf dem Nockenwellenrad (die ich vorher schon beschrieben habe) auf der Zündkerzenseite mit dem oberen Rand des Zylinderkopfes/des Deckels fluchtet.

Wenn man diese Markierung auf der Zündkerzenseite sieht, müßt ihr den Zündverteiler einsetzen und für OT einrichten. Sieht man keine Markierung (die ist dann auf der Auspuffseite), muß der Motor noch ein weiteres Mal durchgedreht werden. Würdet ihr den Zündverteiler dann einsetzen, wäre es falsch. Wie man sieht, kann man da nicht viel verwechseln.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Sa 27. Aug 2016, 10:32

Tip 24:

Halteclip für Motorhaubenhaltestange.

Es geht um diesen weißen Plastikclip, der die Stange am Frontblech fixiert, wenn sie nicht in Gebrauch ist. Den hat mir mein Freundlicher von einem Nachfolgemodell des VW Passat besorgt. Sieht genau so aus wie das alte Original und paßt perfekt. Die Teilenummer ist: 357-823-397

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von Duke GT » Sa 27. Aug 2016, 10:44

Tip 25:

Die Ölpumpe/der Öldruck.

Die Ölpumpe muß man vorgefüllt einbauen, damit sie gleich fördert. Sie muß nicht ganz voll sein, etwas Öl reicht. Ohne das Medium Öl in der Pumpe besteht jedoch die Gefahr, daß sie gar nichts ansaugt, weil sich kein Vakuum bildet. Also immer ein wenig Öl vor dem Einbau einfüllen.

Sollte man das vergessen haben oder die Menge reicht nicht und die Pumpe saugt nichts an, dann haben wir bei unseren Fahrzeugen den Luxus, daß wir entweder einen Öldruckgeber am Ölfilterflansch haben oder dort eine Blindschraube eingedreht ist. Diesen/diese kann man ausschrauben und mit einer Spritze etwas Öl einfüllen. Das geht direkt in den richtigen Kanal. Dann etwas warten bis es unten angekommen ist, ein Tuch auf die Öffnung legen und erstmal die Pumpe so durchdrehen (im Uhrzeigersinn) bis Öl aus der Öffnung kommt. Denn unter Umständen bildet sich im Ölfilter eine Luftblase, die die Pumpe nicht weggedrückt bekommt. Sobald Öl ankommt, die Schraube/den Geber wieder eindrehen, jetzt ist ja auf jeden Fall genug Öl in der Pumpe.

Sinnvoll ist es, dem Motor vor dem ersten Anlassen zu Öldruck zu verhelfen. Einige lassen den Motor dazu ohne Kerzen und mit abgezogenem Stecker der Zündspule drehen. Dies hat den Nachteil, daß die neuen Lager zwar mit wenig Last, aber letztlich doch mit nur dem bißchen Öl, welches man vor dem Einbau eingebracht hat, oder - je nach Dauer - ganz ohne Öl drehen, was natürlich nicht gut ist. Andere drehen die Ölpumpe bei abgenommenem Verteiler mit einer geschlitzten M10-Schraube und einem Akkuschrauber, bis Öldruck aufgebaut ist. Das mag sehr gut klappen, aber wenn die Schraube in der Ölwanne verschwindet, dann ist der Ärger groß.

Daher mein Tip: Vor dem Aufsetzen des Zahnriemens den Zündverteiler montieren (Zündzeitpunkteinstellung hierfür egal, aber sonst dreht die Pumpe nicht. Später muß der ZZP natürlich eingestellt werden) und die Ölpumpe über das Zwischenwellenrad durchdrehen. Man kann sich für den Akkuschrauber eine Gummischeibe bauen, dann kann man das Zwischenwellenrad auch elektrisch drehen, in dem man diese Gummischeibe auf das Zwischenwellenrad drückt. So kann wirklich nichts kaputt- oder in die Hose gehen und der Motor hat beim Starten sofort Öldruck.

Zum Prüfen, ob überall Öl ankommt, durch die Öleinfüllöffnung des Motors beobachten oder den 0,3 bar-Öldruckschalter hinten am Zylinderkopf ausschrauben, ein Tuch unter die Öffnung legen und schauen, ob Öl austritt.

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Re: Dukes Motortips

Beitrag von aquablader » So 28. Aug 2016, 06:55

Vielen Dank für Deine Mühe, das alles aufzuschreiben!
Vieles gehört eigentlich zum Grundwissen jedes Mechanikers, aber so einige schrauben ja auch autodidaktisch an ihren Audis, so ist das eine wertvolle Hilfe hier.

Zum Öldruck: ich habe mir damals, als ich diese Motoren reihenweise überholt habe, einen alten Verteiler zerlegt.
Das Antriebszahnrad wurde abgedreht, damit man die Welle dann zum Vorpumpen nehmen konnte. Sie war lang genug, um direkt ins Bohrfutter zu passen. Für eine einmalige Überholung aber sicher zu teuer... ;)

Viele Grüße!

Ingo

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